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Pariser Modenotizen

Fashion, Hotspots, Trends, UnterwegsSue Giers1 Comment

Charles de Gaulle Flughafen morgens. Ich lande in Paris und die Fashionistas verlassen die Stadt. Die Fashion Week ist offiziell vorbei. Ich komme gerne, wenn andere fahren. Jetzt ist es leer in den Showräumen und alle sind bemüht ihre letzten Kräfte zu aktivieren, das Ende einer langen Einkaufssaison naht bald. Ich kann hier in Ruhe die Bestseller aussuchen und genieße gleichzeitig die letzten warmen Sonnenstrahlen in Paris. Überall bekomme ich wieder Taxis und freie Tische in den Restaurants. Die Stadt gehört wieder der Stadt. Ich sehe viel mehr Filles Parisienne und nicht die übliche Fashion Crowd.

Hier meine Pariser Modenotizen:

1. Keiner geht mehr ohne Glencheck oder Pepita aus dem Haus. Ob als Mantel oder Blazer, Karo bestimmt das Pariser Trottoir.

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2. Die Pariserin ist klein, will aber immer „oho!“ sein, daher trägt sie  High-Heels oder Doc Martens mit XXL-Plateausohle, dazu Skinny Jeans. Fasziniert bestaune ich die Girls, die mit ihren Heels noch aufs Moped hüpfen können. Mir tun nach ein paar Stunden so die Füße weh, dass es mich schon beim Hinsehen schmerzt.

3. Bei „Wild &The Moon“ im Marais gibt es das beste Acai-Almond-Quinoa-Trüffel-Müsli und dazu die schönsten Menschen der Stadt. Alle stärken sich mit einem Ingwer-Shot für den Tag und es herrscht ein herrliches Healthy Gewusel am frühen Morgen, was ungewöhnlich ist, denn die Geschäfte im Marais machen erst so gegen 12 Uhr auf.

Foto: Deliveroo

Foto: Deliveroo

4. Schönster Showroom diesmal in Paris: Der von Chloé und See by Chloé. Alles ist brandneu eingerichtet und alle Marken unter einem Dach. Im Erdgeschoss gibt es die hauseigene stylishe Kantine – natürlich alles makrobiologisch und vegan.

5. Die neue Chloé Kollektion! Die Erste von Natascha Ramsay-Levi ist schön aber schwierig und vor allem: sehr teuer. Die Kleider sind kurz und die Hosen eng und haben Hochwasser. Finde die zarten Flower Prints schön,  das erinnert noch ein wenig an das Chloé Girl in meinem Kopf. Ich sperre mich eigentlich sonst nicht so gegen Neues, hier aber bin noch unentschieden.

6. Die neue Saison hat viele frische Gesichter: Designer aus der zweiten Reihe werden jetzt Chefdesigner – und das nicht nur bei Chloé. Die großen Marken investieren weniger in Big Names, dafür mehr in das Marketing. Der Künstler Mark Jenkings installiert Fashion Pieces (Foto links unten) in den Balenciaga Flagship Stores von New York bis Paris. Vor dem Supreme Store im Marais (Foto recht unten) sind auch bei Wind und Wetter lange Schlangen, die es kaum erwarten können hineingelassen zu werden. Supreme ist am Markt so gut wie leergekauft. Nur in Asien und auf Schwarzmarkt namens Ebay gibt es noch heiße Teile. So hat es mich auch nicht gewundert. Der Branchendienst „Business of Fashion“ kurz BOF meldet dann auch, dass die Carlyle Gruppe als Investor bei Supreme eingestiegen ist. Mein uneingeschränktes Kompliment!

Zum Dinner gehe ich ins Anahi, ein argentinisches Restaurant im Außenbezirk vom Marais. Ich trinke zitronengelbe Chilli-Margherita und gönne mir wohl das beste Stück Fleisch der Stadt. Dass der entzückende Kellner mir die Sauce Bernais über meine rote Chloé Taschen gießt, fällt mir erst am nächsten Morgen richtig auf – „Sauce Happens!“. Am Morgen danach, wenn die Stadt noch schläft, laufe ich an der Seine zum Jardin des Plantes. Vorbei an Hausbooten und Dog Walkern. Ich brauche Sauerstoff. Ich muss die Spuren der Nacht loswerden und den Tag durchhalten. Paris bei Sonnenschein, es gibt fast nichts schöneres für mich.

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7. Das Highlight heute: Yvonne und Maria Lucia von World of Yvonne S wieder zu sehen. Da geht es neben den schönen Kleiderdesigns auch um ein Stück Ibiza, dafür kommt der Sommer wieder für ein paar Stunden zurück. Ich werde nie müde, mich mit neuen Designs und Prints zu beschäftigen. Yvonne hat eine Überraschung mitgebracht: Diesmal hat sie – extra für mich – einen Overall designt. Schade, dass ich ihn nicht gleich ins Gepäck schmuggeln kann, ich muss mich noch bis zur nächsten Saison gedulden.

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8. Abends im Hotel Costes. Ich treffe Freunde aus Zürich. Wir plaudern und verraten unsere „Geheimtipps“: Wo gibt es den besten Kaschmir? Wo bekomme ich gute Qualität zu guten Preisen? Wo finden wir neue Taschenlabels? Wir schnattern durch die Nacht: Bei Sea NY sind die Tuniken besonders schön, aber zu kurz. Ulla Johnson ist toll, sieht aber aus wie Isabel Marant und so geht es immer weiter.

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9. Dries Van Noten überzeugt diesmal mit Foulard Prints, die finde ich sehr feminin, wie er sie um Hosen und Röcke drapiert. Bei ihm gibt es keine Trends. Es gibt nur Stil, den Dries Stil eben. Toll, wie er spontan aus der Fülle seiner Kreationen seine Laufsteglooks bastelt. Diesen Instinkt kann ich sehr gut nachvollziehen. Mir macht seine Kollektion einfach nur Spaß.

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10. Die Aussicht für nächstes Jahr: viele Goldschuhe und sie werden wieder Eckig. Die Röcke sind schmal und gehen bis zur Wadenmitte. Auch die Kleider haben diesen Schnitt, viele davon in schönen Materialien und Prints.

Abschied: Paris erstrahlt noch einmal. Im Café Breizh in der Rue Veille du Temple esse ich noch einen Buchweizen Crepes Monsieur und einen Crepes Tartin. Einfach saulecker. So rund genudelt, ertrage ich auch die zwei Stunden Verspätung mit der Eurowings am Flughafen Charles de Gaulle. Traditionell trinke ich mit Barbara von linette ein neutralisierendes Bierchen (trinke ich sonst nie) und als Nachtisch gibt es eine Tüte Chips. Endlich fit für das Flugkoma.

Bonne Nuit Paris!

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Auch im SoSUE Shop gibt es Paris-Feeling mit ausgewählten Stücken von z.B. Yvonne S. Schaut mal rein >> SHOP

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