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Kera Till im Interview

Lifestyle, InterviewSue Giers

Du pendelst zwischen Norden und Süden - was ist dir dabei aufgefallen? Wie schaffst du Dir Übergänge?

In München ist der Himmel blau in Hamburg hat er meistens gar keine Farbe. Ausserdem haben die Städte nicht viel gemeinsam, ausser, dass die gleiche Sprache gesprochen wird. 

Das finde ich sehr überraschend. 

Die Menschen in Hamburg sind natürlich viel eleganter als die Münchener aber das ist leider auch nicht besonders schwer. 

Ich genieße beide Städte sehr und freue mich diese ständige Abwechslung zu haben. 

Meistens fliege ich, aber wenn ich es nicht ganz so eilig habe nehme ich auch gerne den ICE. 

Ich kann viel erledigen und zeichnen. Vorallem wird die Internet Verbindung immer besser auf der Strecke, ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben!

Hamburg ist auch immer eine Flucht für mich, hier leben wir eher minimalistisch und haben nicht so viel Platz wie in München. Dafür kann ich mich dann mehr dem Zeichnen widmen da der Büroalltag und die Abendtermine wegfallen. 

Welche Vorbilder hast Du?

Ich liebe Sempé und Gruau.

Was sind Deine Lieblingsplätze in Hamburg aber auch in München und warum?

München ist meine Heimat und ich liebe soviele Orte. Ich kann es nicht erwarten im Frühling am Max-Joseph-Platz in der Sonne zu sitzen und mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren.  

In Hamburg kenne ich mich nicht so gut aus aber ich finde es gibt keinen besseren Kaffee als bei Elbgold. Ausserdem sind die Gespräche denen man in der Filliale in Eppendorf lauschen kann toll, da kann selbst München nicht mithalten. 

Ich sollte Comics daraus machen. 

Du zeichnest viele Dackel. Wie bist du auf den Dackel gekommen?

Dackel gibt es viele in München und als ich Kind war hatten sehr viele in unserer Nachbarschaft Dackel. Jetzt ist er anscheinend wieder in Mode...

 

Hast Du eigentlich ein Dauer Abonnement an macarons bei Ladurée?

Ich darf jedesmal wenn ich in Paris Macarons abholen. Dann muss ich sie verteidigen und schreie meinen Freund an wenn er alle aufisst bevor ich sie für Instagram photographiert habe! 

Zum Glück haben wir unterschiedlich Favoriten. Meine Lieblingssorte ist zur Zeit „Réglisse“ (Lakritze), das sieht toll aus weil der Macaron ganz schwarz ist und der Geschmack ist umwerfend. 

Macarons sind ein schönes Mitbringsel aber nicht so leicht zu transportieren, man muss sehr vorsichtig sein, meistens schaffen sie es mit mir nicht nach München ohne ein paar Risse deswegen esse ich sie lieber vor Ort. 

Ladurée ist ein Traumkunde, ich freue mich selbst nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit so sehr für dieses Haus zeichnen zu dürfen. 

Da fällt mir ein, ich muss unbedingt meine nächste Paris Reise planen. 

 

Wie viel Struktur brauchst Du um Dich herum oder darf es auch mal chaotisch sein?

Leider bin ich ein sehr unordentlicher Mensch und leide auch unter dem Chaos. Das Klischee vom kreativem Chaos gibt es für mich nicht. Es blockiert mich aber gleichzeitig ist mein Gehirn nicht fähig es anders zu machen. 

Ich weiß gar nicht wie aufräumen geht, als hätte ich da ein Defizit. Ich dachte das Marie Kondo Buch könnte eine Lösung sein, aber leider Fehlanzeige. Vielleicht gibt es ja mal eine Strategie die alles bei mir ändern kann und bis dahin vertraue ich auf die lieben Menschen die mir ab und zu helfen beim Organisieren und Ordnung schaffen. 

Was Tagesabläufe und Aufgaben betrifft schaffe ich mir selber Struktur durch unzählige To-Do-Listen die ich immer wieder neu schreibe. Das mache ich seit der Schulzeit und es hat mir immer geholfen und mich beruhigt. 

 

Wer oder was ist Dein schärfster Kritiker?

Wichtige Zeichnungen zeige ich immer meinem Vater, er hat das beste Auge, ihm vertraue ich da am meisten. Meine Mutter hilft mir bei Entscheidungen und
im Büro ist es Natascha, die den Laden schmeißt und mich immer wieder coachen muss wenn ich kurz vorm durchdrehen bin. 

Ohnehin hat man ja bekanntlich mit Geschwistern genug Kritik, aber dafür motivieren mich meine Brüder auch immer und stehen hinter mir. 

 

Wie sehr leidest Du unter Deinem eigenen Anspruch?

Mehr als unter allem anderen. Ich nehme mir immer zuviel vor und meistens klappt das dann alles nicht auf einmal. Ich arbeite gerade sehr stark am „Nein-Sagen-Lernen“, mit mehr oder weniger Erfolg. Es gibt einfach soviele tolle Projekte, soviele Dinge die ich zeichnen möchte. Ein unverhältnismässig hoher Anspruch an sich selbst ist aber manchmal auch der Weg zum Erfolg, zumindest beruflich. 

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