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Madrid - Wenn Spaniens Blüten blühen

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Auf der Suche nach ein wenig Sonne und Kultur verschlug es mich über Ostern nach Madrid. Ich wollte Frühling. Mich empfing aber ein eisiger Wind und eine Stadt, die im Osterschlaf lag. Mein Hotel Urso lag nördlich der Grand Via, das ist der Kudamm von Madrid, alles, was etwas südlich der Grand Via liegt, ist sehr touristisch. Von hier aus kommt man schnell in das angesagten Viertel Salamanca mit seinen vielen kleinen Läden, Bars und Cafés. Für eine südländische Stadt findet das Leben nicht unbedingt auf der Straße statt. Man muss sich ein wenig auskennen und auf Entdeckungsreise gehen, um hier die richtigen Hotspots zu finden.

Ab nach Salamanca, hier ist es ähnlich hipp wie in der Hamburger Schanze. Dort leben viele Studenten und die Soundcloud ist sehr international. Im Maman Framboise gibt es himmlische Kuchen und Croissants. Obwohl Ostern ist, haben erstaunlich viele Shops in Madrid geöffnet. Auf der Grand Via herrscht Hochbetrieb. Vor ein paar Wochen hat hier Primark eröffnet und auf sechs Ebenen kann man hier im 99-Cent-Modus von der Unterhose bis zur Einrichtung alles shoppen.

Ich gehe lieber ins Museum, weil es dort warm und spannender ist, als der öde Shopping-Auflauf. Das Museo Thyssen-Bornemisza ist die größte Privatsammlung an zeitgenössischer Kunst und ein Must-See. Ich liebe das langsame Schlurfen, Gemurmel und das Raunen in Museen. Das entschleunigt mich und regt meine Fantasie an. Allerdings verkrafte ich nicht viel Kunst, weil ich mich sehr konzentrieren muss, irgendwann ist meine Bewunderungsenergie auf dem Nullpunkt. Danach brauche viel frische Luft. Die gibt es reichlich an diesem Wochenende, leider aber wenig Grün, wo ich sie hätte genießen können. Der berühmte Retiro Park war leider wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Olé! Am Abend ging es ins Corral de la Moreira, das DER Hotspot für traditionellen Flamenco. In diesem sehr traditionellen spanischen Tanz offenbart sich mir das Spiel, Glück, Leid und Schmerz zwischen Mann und Frau. Der Gesang, das rhythmische Klatschen und Gestampfe helfen mir beim Ankommen in die spanische Kultur. Davon bekomme ich am nächsten Tag noch mehr. 

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Jetzt steht das Museo del Prado auf dem Programm. Auf der Suche nach dem kleinen Prinzen Balthazar hoch zu Ross von Velasquez, wandere ich an Goya und El Greco vorbei. Vor gut 20 Jahren hat mich dieser kleine, zarte Junge auf dem dicken Schlachtross sehr beeindruckt. Immer wieder laufe ich die spanischen Meister ab. Nur den Prinzen finde ich nicht! Er ist nach Tokio ausgeliehen worden - schade.

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Auf den Schreck brauche ich erst einmal eine Cerveza mit Limone und eine Tüte Serrano Schinken. Das hebt meinen Eisenspiegel und ich bin so gut gerüstet für das touristische Getümmel auf dem Plaza Major.

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Auch die Gegend um den Plaza Ana ist sehr schön und nicht ganz so tourimäßig. Als Abendprogramm steht das amazonicum auf dem Plan. Das ist einer der wenigen coolen Plätze der Stadt. Mit Jeans und Bomber bin hier fast underdressed. Auch hier gibt es im Jazzkeller wieder eine mitreißende Flamencoshow. Am letzten Tag will ich wenigsten Guernica von Pablo Picasso sehen. Im Pavillon de la Reina steht eine große Menschentraube davor. Am Nachmittag geht es schon wieder zurück nach Hamburg.

Würde ich wieder nach Madrid fliegen? In Madrid durfte ich kurze Zeit Zaungast dieser Kultur sein, wirklich eingetaucht bin ich nicht. Es war kühl und irgendwie war es recht wuselig. Vielleicht komme ich in 20 Jahren wieder, wenn Madrid nicht so mit sich selbst beschäftigt ist und der Prinz Balthazar wieder da ist.

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