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Perfekte Bräune: So schützt ihr euch vor der Sonne

BeautySue GiersComment

Jeden Sommer habe ich ein wenig mehr Angst vor der Sonne. Dabei liebe ich die warmen Strahlen auf meiner Haut und mein Laune-Pegel steigt mit den kletternden Temperaturen. Doch so gut die Sonne meinem Vitamin-D Spiegel tut – so gefährlich ist sie für meine Haut. Schade eigentlich – sehe ich gut gebräunt einfach um Klassen besser und gesünder aus. Ein Dilemma, dem sich auch meine Freundinnen Saison für Saison stellen. 

 Foto: Knuth Kung Shing Stein

Foto: Knuth Kung Shing Stein

Ich erinnere mich an die Sommer in meiner Teenager Zeit, da habe ich mich mit Olivenöl anstelle von Sonnenschutzmilch eingecremt und im Frühjahr auf dem Gletscher trug ich gern mal eine aluminium-verspiegelte Halskrause für die extra Portion an Strahlen und einen perfekten, spanferkelbraunen Teint. Damals gab es noch kein Ozon, jedenfalls nicht in meinen Breitengraden und Sommer-Vokabular. Ich träumte von möglichst streifenfreier gebräunter Haut und sonnengebleichten blonden Haare (im Meer noch mit Zitronenwasser bespritzt). Es war cool am Anfang des Schuljahres auszusehen, wie ein Beach Bum – eine Strandnixe, die mit den coolen Surferboys in Südfrankreich oder auf Sylt abhing. Wenn ich mich jetzt, trotz Schutz in die Sonne lege, rümpft meine Freundin Maren mit ihrer milchschnittenweißen Haut und völlig leberfleckfrei nur verächtlich ihr Näschen. Milde lächelnd sprüht sie sich vor meiner Nase mit Sunblocker ein und legt sich danach in den Schatten. Meine Freundin Nora, auf der anderen Seite, sieht aus, wie eine echte Latina und ist mit ihrem immer gebräunten Schoko-Teint eher rosenrot als schneeweißchen. Sie schmiert sich mit Avocado-Öl ein und behauptet nur, das aktiviert die Hautzellen sich selbst zu schützen. Ich bin verunsichert und frage eine, die es wissen muss. Dr. Susanne Steinkraus, Hautärztin aus Hamburg klärt auf:

 Dr. Susanne Steinkraus - Hautärztin aus Hamburg

Dr. Susanne Steinkraus - Hautärztin aus Hamburg

1. Wie und womit muss ich meine Haut schützen?
Grundsätzlich gilt: Sonnencreme auftragen! Denn heute wissen wir, dass UV- Strahlen, insbesondere die UV B- Strahlen, die Haut schädigen und Zellentartungen hervorrufen können ohne dass die Haut vorher mit einem Sonnenbrand reagiert hat. Wichtig ist auch textiler Lichtschutz, möglichst lange Ärmel und ein Sonnenhut gehören zur Schönwetteruniform. Rausgehen sollte man auch eher dann, wenn die Sonnen schon etwas tiefer steht und die Strahlen nicht so aggressiv sind wie um die Mittagszeit.

2. Darf ich wirklich nicht mehr direkt in die Sonne?
Doch natürlich! Aber im eigenen Interesse nicht ungeschützt!

3. Was macht ein sportlich aktiver Mensch dann? Vermummen im Hochsommer?
Auch das ist nicht nötig. Beim Sport sollte man aber darauf achten, das regelmäßig nachgecremt wird, da die Sonnencreme durch das Schwitzen wieder abgewaschen wird. Gut geeignet beim Sport sind leichte Texturen wie Gels oder Sprays, die keinen Film auf der Haut bilden unter dem sich Wärme und Schweiß stauen kann.

4. Gibt es natürliche Hautschutzmittel? Welche sind besser?
Entgegen der weit verbreiteten Meinung bieten nach Angaben des Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde weder Beta- Carotin noch die Carotinoide Lykopin und Lutein einen UV Schutz. UV- Strahlen mit einem jeweiligen Lichtschutzfaktor von 3-4 blocken Sesam-, Kokos-, Jojoba-, Avocado- und Sanddornfruchtfleischöl ab. Die besten natürlichen Sonnenschutzmittel sind Schatten und Textilien.

5. Wie schütze ich mich vielleicht auch mit Nahrungsergänzungsmittel gegen die Sonne?
Nahrungsergänzungsmittel können in keinem Fall den Sonnenschutz mit einer Lichtschutzcreme ersetzen.

6. Sonne – Feind oder Freund unserer Haut?
Schon Paracelsus wusste: „Die Dosis macht das Gift“. In Maßen genossen kurbelt die Sonnen die körpereigenen Vitamin D- Produktion an und sorgt für die Ausschüttung von Endorphinen.

7. Was schädigt unsere Haut noch? Stichwort Pollution!
Abgase, Staub und Smog schädigen die Haut erheblich wie wir heute wissen: an diesen kleinen Partikeln haften organische Substanzen und Schwermetalle, die in die Haut eindringen können. Es kommt zu Entzündungen und einer beschleunigten Hautalterung, da sie die Entstehung von freien Radikalen begünstigen und Kollagen- und Elastinschädigungen bewirken. Die Talgproduktion der Haut steigt bei verschmutzter Luft an, dafür wird die Produktion von antioxidativen Substanzen wie Vitamin E und Squalen zurückgefahren, was insgesamt zu pH- Wert- Verschiebungen in den sauren Bereich führt.

8. Welche Schutzschilder und Anti Aging Maßnahmen brauchen wir wirklich?
Drei Sachen sind essentiell: Sonnenschutz, Feuchtigkeit und Anti- Aging- Pflege mit Antioxidantien wie Vitamin C oder Retinol.

9. Ich blicke in dem Dschungel der Cremes, Lotions, Seren und Masken nicht mehr durch. Jeden Monat kommt ein neues vielversprechendes Mittel auf den Markt. Wie finde ich für mich und meinen Lifestyle die richtigen Mittel?
Gefragt sind praktische Lösungen, die sich gut in den Alltag einbauen lassen: also leichte Texturen, die sich gut verteilen lassen, nicht kleben, nicht weißen und über die man zB gut schminken kann. 

10. Wie sollte ein tägliches Morgen- und Abendritual aussehen?
Abends definitiv IMMER vor dem Schlafengehen abschminken und eine feuchtigkeitsspendende Pflegecreme auftragen, morgens am besten direkt nach der Dusche einmal Sonnencreme all over. Auch wenn es lästig ist und man häufig nicht den richtigen Moment zum Eincremen findet- so hat man es hinter sich und vergisst es nicht. Leider erspart es aber auch nicht das Nachcremen über den Tag verteilt, damit ein optimaler Lichtschutz gewährleistet ist.

 Foto: Knuth Kung Shing Stein

Foto: Knuth Kung Shing Stein

11. Früher war es Mode, gebräunt zu sein – wie ist der Haut-Trend diesen Sommer?
Eine leichte Bräune wie von der Sonne geküsst, die man aber auch mit Sonnencreme erreichen kann, da die Haut trotzdem bräunt. Oder man greift zu meinem altbewährten Lieblingstricks (s.u.) und zaubert ein bisschen.

12. Was sind Deine persönlichen Tipps die Sonne auszutricksen?
Getönte Tagescreme mit Lichtschutzfaktor und Bräunungstücher (natürlich PLUS Sonnencreme in der Sonne)- so kann man ein bisschen tricksen, sieht frisch und erholt aus ohne dabei einen gefährlichen Sonnenbrand zu riskieren.

13. Wie lange darf man heute ungeschützt in der Sonne sein?
Ein Hauttyp II hat eine Eigenschutzzeit von 10-20 Min, ein Hauttyp III von 20-30 Minuten. Danach kommt es bei ungeschützter Sonnenexposition zu Hautrötungen.

14. Muss ich wirklich auch im Winter Spf 50 auftragen?
Das hängt davon ab, ob und wie lange man in die Sonne geht. Im Alltag ist ein LSF 50 sicherlich nicht nötig, optimal ist eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor plus evtl Mak- Up, was auch vor Sonne schützt.

15. Kann man Sonnen- und Pollution-Schäden reparieren?
Nein- leider nicht, die Haut vergisst nichts und einmal entstandene Schäden sind irreparabel- deshalb cremen, cremen, cremen….

Die gute Nachricht: es gibt in der modernen Dermatologie vielfältige Möglichkeiten Schäden durch UV Licht zu behandeln. Bei Pigmentflecken oder Pigmentstörungen können je nach Ausprägung bleichende Substanzen, Fruchtsäure Peeling TCA Peeling und verschieden Laserverfahren zur Reduzierung der Pigmentflecken beitragen. Ebenso können diese Verfahren bei kleinen Fältchen und Falten neben Microneedling, Tixel und Mesotherapie eingesetzt werden.

Ein Favorit in der Herbst- und Winterzeit ist das „Three form me“ laser/IPL Treatment. Eine Kombination von IPL und non ablativer fraktionierter Laser Behandlung in einer Sitzung. Behandelt werden Rötungen, vergrößerte Gefäße, Sonnenflecken und Pigmente und kleine Fältchen und vergrößerte Poren.

Ergänzt durch Skinbooster oder Mesotherapie mit Hyaluronsäure kann die Haut wieder strahlen und erscheint mit harmonischem Hautbild.

 Foto: Knuth Kung Shing Stein

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